Blogs statt Bikinibilder
Februar 7, 2008
Die Sitzung über „Virtuelle Communities“ liegt zwar schon einige Woche zurück. Einige von Ihnen scheint das Thema „virtuelle Identität“ jedoch nachhaltigu zu beschäftigen. Immerhin sind bereits zwei Seminararbeiten darüber bei mir angefragt. In der taz von heute steht ein Beitrag, der das Thema unter einer Fragestellung aufgreift, die vielleicht einigen bereits als antiquiert vorkommt: die Frage der Geschlechter-(Gender)-Konstruktion. Die Beobachtung, dass das Web 2.0 trotz aller Freiheiten von Frauen gerade eher nicht zum Aufbau einer emanzipierten Identität genutzt wird, finde ich schon bemerkenswert. Für das deutsche Web 2.0 (Blogs und Community-Angebote) kommen die Autorinnen zu dem Schluss:
„Für den Feminismus bietet das Internet derzeit die größten Chancen. (..) Deswegen ist es für die moderne feministische Sache zunächst wichtig, dass sich Frauen und Männer wieder austauschen über ihr Geschlechterverständnis, dass sie sich informieren, und auch Spaß an der Sache haben. Nirgends ist all das so einfach zu machen wie im Netz. Solange Frauen sich darauf konzentrieren, Niedlichbilder von sich hochzuladen, Jungs zu beeindrucken und über ihre Yogastunden zu schreiben, wird dabei allerdings nicht allzu viel herum kommen.“
Ein Hausarbeitsthema wäre es, den Thesen dieses Artikels einmal empirisch-analytisch nachzugehen. Ein Vergleich zwischen verschiedenen Kulturräumen wäre sicher sinnvoll: wird das Geschlecht auch im Web 2.0 kulturspezifische konstruiert?
(Da der taz-Beitrag möglichweise in einigen Tagen nicht mehr abrufbar sein wird, habe ich ihn in Studip in den Ordner zur Sitzung über „Virtuelle Communities“ hochgeladen.)